2. Sprachheilpädagogischer Tag 2017

 



10:00 bis 12:00 Uhr

Mitgliederversammlung
der dgs-Landesgruppe Westfalen-Lippe e.V.

– Rechenschaftsberichte des Vorstandes und kollegialer Austausch über aktuelle berufspolitische Themen.

Interessierte Kolleginnen und Kolleginnen, die gerne Mitglied unserer Landesgruppe werden möchten, sind uns herzlich willkommen und können noch vor Ort einen Aufnahmeantrag ausfüllen und dann direkt teilnehmen.


12:00 bis 13:00 Uhr

Mittagsimbiss
für die TeilnehmerInnen der Mitgliederversammlung


13:00 bis 16:30 Uhr

Genus- und Pluralerwerb
- Forschung meets Praxis!!!

Vorträge – Konsequenzen und Modifikationen – kollegiale Material- und Ideenbörse

Wir freuen uns sehr, Ihnen im Rahmen unseres zweiten Sprachheilpädagogischen Tages mit Sarah Thater und Inga Baumeister zwei junge Kolleginnen vorstellen zu können, deren Forschungsbeiträge im Rahmen des dgs-Bundeskongresses in Hannover mit dem Zukunftspreis 2016 der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik ausgezeichnet wurden. Ihre jeweils 30 minütigen Vorträge bilden die aktuelle wissenschaftliche und theoretische Basis, aus der heraus wir anschließend im gemeinsamen kollegialen Austausch Ideen für die praktische Anwendung und Umsetzung entwickeln wollen.


  Vorträge:  

Inga Baumeister
 Genuserwerb und Prinzipien der Genuszuweisung im Deutschen“ – Wie lernen Kinder Genus?

Im Rahmen eines multizentrischen Forschungsprojekts zum Grammatikerwerb des Deutschen wurden 968 monolingual deutsch aufwachsende Kinder zwischen 4;0 und 8;11 Jahren untersucht. Die Auswertung lieferte unter anderem Erkenntnisse hinsichtlich des Genuserwerbs.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass der Genuserwerb wider bisheriger Annahmen auch bei Erstsprachlernern des Deutschen nicht per se mühelos und rasch verläuft, sondern die korrekte Genuszuweisung Kindern bis ins Schulalter hinein Probleme bereiten kann.

Darüber hinaus konnte die Studie Annahmen zur Nutzung von sogenannten Zuweisungsprinzipien des Genus im deutschen Erstspracherwerb widerlegen und deutet darauf hin, dass das Genus von Nomen lexikalisch gespeichert wird.

Inga Baumeister studiert seit 2012 Lehramt für sonderpädagogische Förderung mit dem Förderschwerpunkt Sprache an der Universität zu Köln. Seit 2014 arbeitet sie als Hilfskraft am Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik in schulischen und außerschulischen Bereichen unter Leitung von Prof. Dr. Motsch und wirkte an der Auswertung des Forschungsprojekts zum Grammatikerwerb deutschsprachiger Kinder zwischen 4 und 9 Jahren (GED 4-9) mit. Ihre Bachelorarbeit verfasste sie zum Thema „Genuserwerb und Prinzipien der Genuszuweisung im Deutschen“. 2016 wurde sie mit dem 2. Platz des Zukunftspreises der dgs ausgezeichnet. Im Dezember 2016 erschien ein Artikel zum Thema ihrer Bachelorarbeit in der Zeitschrift Sprache – Stimme – Gehör.

 

Sarah Thater
„Äpfeln, Eiers und Banänchen“
– Der Erwerb der Pluralmarkierung im Deutschen bei Kindern zwischen 4 und 9 Jahren


Die vorgestellte Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Erwerb der Pluralmarkierung im Alter zwischen 4 und 9 Jahren. Jüngste Studien legen die Vermutung nahe, dass der Pluralerwerb auch in diesem Alter noch längst nicht abgeschlossen ist (Motsch, 2013). Die verwendeten Daten entstammen dem Projekt Grammatikerwerb deutschsprachiger Kinder zwischen 4 und 9 Jahren (GED 4-9), bei dem mithilfe der ESGRAF 4-8 (Motsch & Rietz, 2016) die grammatischen Fähigkeiten von 968 Kindern untersucht wurden.

Für die Datenanalyse waren dabei insbesondere der Einfluss der Häufigkeit der verschiedenen Pluralmarkierungen in der Umgebungssprache der Kinder sowie die dokumentierten Fehler und deren mögliche Ursachen von Interesse. Es konnte gezeigt werden, dass der Erwerb des Plurals ein komplexer und langwieriger Prozess ist, der bis ins Schulalter hinein andauert. Die Untersuchung liefert damit einen Beitrag für sprachdiagnostische Testverfahren, die eventuelle Abweichungen auf der Grundlage des ungestörten Erwerbs herausstellen.

Motsch, H.-J. (2013). ESGRAF-R. Modularisierte Diagnostik grammatischer Störungen. Testmanual und DVD (2. Aufl.). München: Ernst Reinhardt. Motsch, H.-J. & Rietz, C. (2016). ESGRAF 4-8. München: Ernst Reinhardt.


Sarah Thater studierte 2013-2015 an der Universität zu Köln für das Lehramt für Sonderpädagogische Förderung in den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache in den Lernbereichen mathematische und sprachliche Grundbildung und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Seit dem WS 2015/16 befindet sie sich ebenfalls an der Universität zu Köln im zugehörigen Master- Studiengang und ist als wissenschaftliche Hilfskraft am dortigen Institut für Mathematik und ihre Didaktik tätig.

 

  Erkenntnisse, Konsequenzen und Modifikationen: 

Zusammenfassende Diskussion unter möglichen Fragestellungen wie diesen:

  • Ergibt sich aus den Studienergebnissen Neues für die Praxis? Müssen wir an manchen Stellen neu denken?
  • Hat der Praktiker/die Praktikerin vielleicht oft schon intuitiv adäquat gehandelt?
  • Erschließt sich nun, warum therapeutisch-pädagogische Maßnahmen an manchen Stellen bislang vielleicht nicht effizient genug gegriffen haben?
  • Welche Kriterien sind für die praktische Umsetzung der Erkenntnisse aus den Forschungsergebnissen von Bedeutung?


  Kollegiale Material- und Ideenbörse:  

Hier ist ausdrücklich Ihr Engagement als Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, denn Sie sind herzlich gebeten, etwas von Ihren persönlichen Lern,- Arbeits- und Therapiematerialien für die Bereiche Genus- und/oder Pluralmarkierungen mit zu unserer Veranstaltung zu bringen. Ein wenig strukturgebend unterteilt durch 2-3 ‚runde Tische‘ (nach Möglichkeit für die Bereiche Vorschulalter, Grundschulkinder in der Praxis; Arbeitsbereich Primarstufe) möchten wir uns dann im kollegialen Austausch gemeinsam die verschiedenen Materialien und Spielideen hinsichtlich unserer im Vorfeld gewonnenen Erkenntnisse anschauen und ggf. gemeinsam Ideen für notwendige Modifikationen entwickeln. So sollte jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer sehr praxisbezogen profitieren können.


 
Veranstaltungstermin:
Samstag, 25. März 2017 von 10:00 bzw. 13:00 bis 16:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Kurhaus Bad Hamm
Ostenallee 87
59071 Hamm

Teilnahmegebühr:
bei Voranmeldung: dgs-Mitglieder 15,00 €; Nichtmitglieder 25,00 €; Studierende/LAA 10,00 €;
an der Tageskasse jeweils 3,00 € Aufschlag.

Für Mitglieder der dgs-Landesgruppe Westfalen-Lippe e.V., die ab 10:00 Uhr an der vorangehenden Mitgliederversammlung teilnehmen, ist die Vortrags-/Workshopteilnahme inklusive Mittagsimbiss kostenlos. (Voranmeldung erforderlich)...

Anmeldeschluss:
15. März 2017

Anmeldung: direkt hier über unser Online-Anmeldungsformular!